Syrien (inkl. Antiochia/Antakya)

Wiege des Christentums

Ein entscheidender Schritt des Christentums zur eigenständigen, vom Judentum getrennten Religion war die Wandlung des Saulus zum Paulus in Damaskus. In Antiochia, das früher zu Syrien gehörte, ist das Wort "Christ" zum ersten mal belegt. In Syrien finden sich die beeindruckendsten Baudenkmäler des großen Konfliktes zwischen christlichem Abendland und muslimischem Morgenland, der Kreuzzüge. Neben diesen historischen Zeugnissen können Sie im Land zwischen Mittelmeer und Wüste lebendige christliche Gemeinden vieler Konfessionen besuchen und die Muttersprache Christi hören, die bis heute in einigen Dörfern gesprochen wird.

Begegnungen mit örtlichen Gemeinden leiten wir gerne in die Wege.

Bitte klicken Sie auf die einzelnen Tage, um die Details zu lesen.

mehr »1.Tag: Anreise

Flug von Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Hatay, im Süden der Türkei nahe der syrischen Grenze. Abholung durch die örtliche Reiseleitung, Transfer zum Hotel in Antakya und Übernachtung.

mehr »2.Tag: Antakya / Antiochia

Die Region Hatay, deren Hauptstadt Antakya ist, gehörte bis 1938 zu Syrien und heute zur Türkei, was bis in jüngere Zeit die Beziehungen der beiden Länder belastete, die inzwischen aber recht gut sind. In Antakya, dem alten Antiochia, hört man heute auf der Straße Arabisch ebenso selbstverständlich wie Türkisch. Auf Antiochia beziehen und nach Antiochia benennen sich die Patriarchate mehrerer christlicher Konfessionen. Die Stadt beherbergte eine der frühesten Gemeinden. Das Wort „Christ" ist hier das erste Mal historisch belegt, und zwar in der Petrus-Grotte, die Sie heute besuchen. Diese Höhle am Fuße einer Felswand birgt die vermutlich älteste Kirche überhaupt, da sie von Petrus selbst geweiht worden sein soll. Wer gut zu Fuß ist, der kann (auf eigene Gefahr, da der Weg nicht sehr gut ist) noch etwas auf den Berg über der Grotte steigen. Die Aussicht auf Antakya und die herrliche Umgebung ist atemberaubend, und es gibt dort ein in den Felsen gehauenes römisches Monumentalrelief zu sehen. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt werden Sie mehrere weitere Kirchen entdecken sowie die Habib Naccar Moschee.

Für den Nachmittag können Sie zwischen mehreren Alternativen wählen:
Das archäologische Museum rühmt sich einer erstklassigen Sammlung römischer Mosaiken aus Antakya und Umgebung. Sie können aber auch einen Ausflug unternehmen, der Sie zur Ruine des Styliten (Säulenheiligen) Simeon d.J. führt. Von hier haben Sie einen beeindruckenden Panoramablick in die Berge, auf die Stadt und die Küste bis hinunter nach Syrien. Durch das satt grüne, fast zur Schlucht verengte Tal des Orontes fahren Sie in das letzte armenische Dorf der Türkei und zum römischen Titustunnel. Ein Strandbummel rundet den Tag ab. Abendessen und Übernachtung in Antakya.

mehr »3.Tag: "Tote Städte" und Simeonskloster

Sie fahren zur syrischen Grenze und überqueren diese. Einige der „Toten Städte" liegen gleich hinter der Grenze. Es handelt sich um längst verlassene, einst jedoch blühende Siedlungen aus römischer und byzantinischer Zeit. Sie erkunden heute mehrere, u.a. Qalb Lohze mit seiner beeindruckenden Basilika.

In der lieblichen Landschaft der kurdischen Berge liegt das Kloster St. Simeon, das auch als Ruine noch durch die vollendete Schönheit seiner Architektur und Ornamentik besticht. Hier erfahren Sie mehr über ein eigentümliches Phänomen des spätantiken Christentums: Säulenheilige, sog. Styliten. Simeon d.Ä. verbrachte über 30 Jahre als Asket auf einer Säule, deren Reste heute noch in der Klosterruine zu sehen sind.

Sie erreichen dann Aleppo, dort Abendessen und Übernachtung.

mehr »4.Tag: Aleppo

Ein Bollwerk der Muslime war Aleppo während der Kreuzzugszeit - zwei Mal wurde die Stadt von den Kreuzfahrern belagert, aber nicht erobert. Dennoch ist die zweitgrößte Stadt Syriens bis heute multikonfessionell, wie Sie sehen werden. Im armenischen Viertel werden Sie bei einem Spaziergang viele Kirchen sehen.

Zwar liegt der größte Teil der Zitadelle von Aleppo in Ruinen, dennoch haben die Festungsmauern auf dem Burgberg mitten in der Stadt nichts an ihrer abschreckenden Wirkung verloren. Treten sie trotzdem ein und besuchen Sie den aufwendig restaurierten Thronsaal. Der Zitadelle zu Füßen breitet sich der Basar aus. Hier werden Sie durch die Gassen u.a. des Goldmarktes geführt. In der Basargegend befindet sich die "Omayaden"-Moschee, die noch einige Spuren des Vorgängerbaus aufweist, der St.Helena-Kathedrale. Die Medrese Fardoss, die Karawanserei und das Hammam (Badehaus) Alabadia stehen ebenfalls auf ihrem Programm. Es bleibt jedoch auch noch genügend Freizeit für eigene Erkundungen und Einkäufe.

Im Nationalmuseum von Aleppo mit seiner prächtigen Sammlung sehen Sie u.a. Funde aus Ebla und Mari. Auch die neu gestaltete islamische Abteilung lohnt sich.

Abendessen und Übernachtung in Aleppo.

mehr »5.Tag: Aleppo - Resafa - Palmyra

Sie verlassen Aleppo in östlicher Richtung, d.h. in Richtung Euphrat. In Resafa, etwas südlich, besichtigen Sie die große Ruinenstadt. Die Römer hatten hier, am Schnittpunkt zweier Karawanenstraßen, eine Befestigung am arabischen Limes. Die christlichen römischen Soldaten Sergios und Bacchus erlitten hier ihren Märtyrertod und gelten Orthodoxen wie Katholiken als Heilige. So wurde die Stadt zum bedeutenden christlichen Wallfahrtsort. Davon zeugen bis heute die eindrucksvollen Kirchenruinen, anhand derer man die Entstehung der Kirche als Gebäudetyp studieren kann. Nun geht es tiefer in die Wüste hinein bis zum Qasr Al-Heir Ash-Sharqi, dem östlichen Wüstenschloss der Omayaden. Nach der Besichtigung Fahrt nach Palmyra, dort Abendessen und Übernachtung.

mehr »6.Tag: Palmyra

Erkunden Sie die Wüstenmetropole der sagenhaften Königin Zenobia mit dem gewaltigen Baal-Tempel, der Agora, dem Theatern sowie der Nekropole mit ihren kunstvoll bemalten Privatgräbern. Im Museum sehen Sie dann weitere herausragende Beispiele palmyrenischer Kunst, z.B. aufwändig gestaltete Sarkophage sowie Zeugnisse des bedeutenden Fernhandels. Von einem nahe gelegenen Burgberg können Sie zum Sonnenuntergang die ganze Stadt von oben bewundern. Da wir den ganzen Tag für Palmyra eingeplant haben, können Sie in Ihrer Freizeit die antike Stadt im warmen Licht der Abenddämmerung genießen.

In Palmyra gibt es übrigens lebendige christliche Gemeinden mehrerer Konfessionen, so dass hier eine der Möglichkeiten wäre, eine Gemeinde zu treffen.

Abendessen und Übernachtung in Palmyra.

mehr »7.Tag: Palmyra - Krak des Chevaliers

Sie durchqueren die Wüste und erreichen bei Homs das grüne Tal des Orontes. Hier beschäftigen Sie sich mit einem der dunklen Kapitel des Christentums im Vorderen Orient: den Kreuzzügen. Eine eindrucksvolle Hinterlassenschaft dieser Epoche ist der Krak des Chevaliers, ein gewaltiges Bollwerk auf einem Bergsporn hoch über der Ebene. Durch den guten Erhaltungszustand dieser idealtypischen Burg lassen sich die Lebensumstände der Ritter gut rekonstruieren und nachvollziehen. Von hier oben reicht der Blick bis zu den Gipfeln des Libanon. Ausführliche Besichtigung der Burg.

In der Gegend um den Krak gibt es viele christliche Dörfer, die ihre religiösen Feste und örtlichen Wallfahrten bis heute hochhalten. Wenn Sie Ihren Reisetermin passende legen, können Sie z.B. das Marienfest am 15.August, das Fest des Heiligen Georg am 06.Mai oder das Kreuzfest am 14.September miterleben. Abendessen und Übernachtung im Raum Krak des Chevaliers.

mehr »8.Tag: Krak des Chevaliers - Aramäische Dörfer - Damaskus

Das Sankt-Georgskloster liegt in einem grünen Tal zu Füßen des Krak. Die ältesten Teile der Kirche reichen bis in das 12.Jahrhundert zurück. Sie sehen im Kloster unter anderem die schöne Ikonostase.

Auf dem Weg nach Damaskus unternehmen Sie einen Abstecher in die Berge: Hartnäckig haben sich hier einige christliche Dörfer ihre aramäische Sprache nicht nur für die Liturgie, sondern als Umgangssprache bewahrt. Sie besuchen im Dorf Maaloula das Kloster der Heiligen Thekla. Sie spazieren durch eine Schlucht hoch bis zur Kirche des Heiligen Sergios und hören dort in dem uralten, einfachen Steinkirchlein das Vaterunser in der Muttersprache Christi, eben Aramäisch. Im Dorf Sednaya sehen Sie die berühmte Marienikone. Am frühen Abend erreichen Sie Damaskus. Vom Qasiyoun-Berg werfen Sie einen ersten Blick auf das riesige Häusermeer der faszinierenden Metropole. Abendessen und Übernachtung in Damaskus.

mehr »9.Tag: Damaskus: auf den Spuren des Paulus

Der Name der Stadt Damaskus ist mit dem des Saulus/Paulus untrennbar verbunden. Das finden Sie beim Bab Kissani bestätigt. Von diesem Stadttor ließ sich der Überlieferung nach Paulus abseilen, als er aus Damaskus fliehen musste. Im Gebäude des Stadttors ist heute eine Pauluskappelle eingerichtet. Anschließend treten Sie durch das Osttor „Bab Sharqi" in die Altstadt ein und stehen sofort auf der in der Bibel genannten „Geraden Straße". Sie besuchen im Christenviertel das Haus des Hananias, mit dessen Hilfe Paulus von seiner Blindheit geheilt wurde. Hier können wir Sie anmelden, so dass Sie einen Gottesdienst halten können. Auf Wunsch können Sie weitere der zahlreichen Kirchen in der Altstadt besuchen und dabei das bunte Mosaik der christlichen Konfessionen kennenlernen, die hier auf engem Raum zusammenleben.

In einer Seitengasse, wo man kaum einen herrschaftlichen Palast vermuten würde, liegt der Eingang des Qasr-el-Azm, prächtiges Zeugnis syrischer weltlicher Baukunst und heute Volkskundemuseum. Auch hier werden Sie fachkundig geführt.

Eine einmalige Sammlung der Antiken Syriens wurde im Nationalmuseum vereint. Bewundern Sie unter anderem das älteste Alphabet der Welt (aus Ugarit), elegante Grabmäler aus Palmyra und die berühmte bemalte Synagoge von Dura Europos. Vom Museum spazieren Sie hinüber zur Tekkiye-Süleymaniye-Moschee mit ihren typisch osmanischen Bleistift-Minaretten. Abendessen und Übernachtung in Damaskus.

mehr »10.Tag: Johannes der Täufer, von Christen wie Muslimen verehrt

Der Ort der Omayadenmoschee wird seit Jahrtausenden für Sakralbauten verwendet. Hier erhob sich u.a. der römische Jupitertempel und die byzantinische Johanneskathedrale. Nach der muslimischen Eroberung wurde der Bau zeitweise von Christen wie Muslimen als Kirche wie Moschee genutzt. Gemeinsam ist beiden Religionen - bis heute - die Verehrung für Johannes den Täufer, dessen Haupt im Inneren der Moschee beigesetzt ist. Dieses Grabmal werden Sie auch sehen. Der Innenhof der Moschee umfängt Sie mit seiner vollendeten Harmonie von ästhetisch angeordneten Pfeilern, ein jeder einzelne individuell gestaltet, und den frühmittelalterlichen Mosaiken in Gold und Grün, Damaskus als Paradies auf Erden darstellend.

In unmittelbarer Nähe der Moschee ist Saladin begraben. Sie besuchen sein Mausoleum. An die West- und Südseite der Omayaden-Moschee schließen sich die weltberühmten gedeckten Basar an, der Suq Al-Hamidiye, Basare für Gewürze, Düfte, Gold, Süßigkeiten usw.. Hier haben Sie Freizeit für einen ausführlichen Bummel. Abendessen und Übernachtung in Damaskus.

mehr »11.Tag: Bosra und Christen im Süden Syriens

Südlich von Damaskus, nahe der jordanischen Grenze, befinden sich die Ruinen einer beeindruckenden Stadt aus römischer/byzantinischer Zeit: Bosra. Hierher führt Ihr heutiger Tagesausflug. Sie besuchen u.a. das riesige, hervorragend erhaltene Theater, schlendern über original römisches Straßenpflaster und sehen mehrere byzantinische Kirchenruinen. In Bosra soll eine denkwürdige Begegnung stattgefunden haben, nämlich zwischen dem islamischen Propheten Mohammed und einem nestorianischen Mönch, der Mohammed die Grundzüge des Christentums gelehrt haben soll.

Auf dem Rückweg nach Damaskus halten Sie in Ezra, einer kleinen Stadt mit hohem christlichem Bevölkerungsanteil. Hier besuchen Sie die griechisch-orthodoxe Basilika des Heiligen Georg (Kineeset Mar Jirjis), die bis ins 6.Jahrhundert zurück datiert wird! Die Kirche ist das Ziel von christlichen wie von moslemischen Pilgern. Auch die griechisch-katholische Kirche des Propheten Elias können Sie sehen.

Schönes Abschiedsabendessen und Übernachtung in Damaskus.

mehr »12.Tag: Heimreise

Transfer zum Flughafen Damaskus und Heimflug via Istanbul zu Ihrem Heimatflughafen.